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Alles neu macht der Mai!

…die Vertretungen in Spanien haben jetzt eine neu gestaltete Website www.spanien.diplo.de – musste das wirklich sein?

 

Bürgerservice

Die neu gestaltete Website ist am 26.04.2018 um 13.00 Uhr an den Start gegangen. Haben Sie es vielleicht sogar als einer der ersten bemerkt? Sich vielleicht geärgert, weil Sie etwas nicht mehr gefunden haben? Oder es lange suchen mussten, weil das Layout und die Navigation eine ganz andere ist?

Das können auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Konsulat nachvollziehen, denn es geht uns nicht anders, wenn Altbewährtes verschwindet und durch Neues ersetzt wird. Man muss sich erst einmal daran gewöhnen, sich vertraut machen mit dem Neuen. Vielleicht auch nochmals bei dem einen oder anderen nachbessern und genau in dieser Phase sind wir derzeit noch!

Aber und das ist die wirklich gute Nachricht – die neue Website ist sehr viel übersichtlicher und schlanker als die bisherige Version. Auch hat sie ein ansprechenderes Design und ist, und das ist das wirklich Ausschlaggebende für die, übrigens weltweite, Einführung gewesen, speziell für die Nutzung auf mobile Endgeräte (Telefon, Tablet…) ausgelegt. Was soll man also da noch sagen, daran geht in der heutigen Zeit nun wirklich kein Weg vorbei.

Wir würden uns freuen, wenn Ihnen die neue Website auch gefallen würde. Probieren Sie es aus, klicken Sie sich durch. Wir freuen uns auf Ihr positives Feedback. Aber auch auf Verbesserungsvorschläge, die zukünftig beachtet werden können. Jede Rückmeldung ist willkommen (zreg@palm.diplo.de)
Und scheuen Sie sich nicht, wenn Sie etwas nicht finden, bei uns anzurufen (Tel.: 971 70 77 37). Wir helfen Ihnen jederzeit gerne bei der Navigation.

Es grüßt Sie herzlichst
Ihr deutsches Konsulat

14

05 2018

Gerichtsstand, was ist das?

…………….und vor allen Dingen, geht mich das etwas an ?

Hört man dieses Wort, kann man sich als juristischer Laie eigentlich gar nichts darunter vorstellen. Wenn ich den juristischen Laien erwähne, dann können Sie aber schon einmal vermuten, dass es sich um eine rechtliche Angelegenheit handelt. Wenn jetzt also Ihr Interesse geweckt ist, dann möchte das Konsulat darauf hinweisen, dass dieser Gerichtsstand in der Abwicklung von erbrechtlichen Dingen zwischen Deutschland und Spanien seit dem 17.08.2015 eine ganz besondere Bedeutung erhalten hat. Das erwähnte Datum ist das Datum, mit dem die Europäische Erbrechtsverordnung in Kraft getreten ist. Nach dieser neuen Regelung bestimmt der letzte gewöhnliche Aufenthalt des Verstorbenen nicht nur das Recht, welches auf den Erbfall anzuwenden ist, sondern bestimmt aber darüber hinaus auch, welche Behörde an welchem Ort für das Nachlassverfahren zuständig ist. An welchem Ort das Nachlass-verfahren abgewickelt wird, bezeichnet man in der juristischen Fachsprache als „Gerichtsstand“.

Nun haben Sie vielleicht ja schon einmal gehört, dass man auch als auf Mallorca lebender Deutscher mit einem Testament bestimmen kann, dass trotz des Lebens auf einer so wunderschönen Insel, deutsches Erbrecht aufgrund der deutschen Staatsangehörigkeit zur Anwendung kommen soll. Diese Verfügung ist, wenn einem das sinnvoll erscheint, wichtig. Wenn man aber dann auch noch sicher sein möchte, dass sich die deutschen Behörden mit der Erbsache auseinandersetzen und sich als zuständig erklären, dann ist es darüber hinaus wichtig, dass in dieses Testament auch mitaufgenommen wird, dass der Gerichtsstand in Deutschland sein soll.
Das macht es vielleicht einfacher, wenn die Erben auch in Deutschland leben. Das macht es vielleicht deshalb auch einfacher, weil ein deutsches Nachlassgericht dann auch deutsches Erbrecht anwenden kann.
Dies gilt immer, dann wenn Sie denken, dass für Sie und Ihre persönliche Situation die Anwendung des deutschen Erbrechts am Besten erscheint.
Dann entscheiden Sie sich in einem Testament dafür und vergessen bitte auch nicht den Gerichtsstand zu erwähnen!

Es grüßt Sie herzlichst
Ihr deutsches Konsulat

20

03 2018

Die Tourismussaison des letzten Jahres und….

ein Ausblick auf das, was 2018 kommt………

Es gab im letzten Jahr –wie man in jeder Zeitung lesen konnte- einen touristischen Rekord, der in vielen Facetten sichtbar war und für viel Aufregung in den Medien sorgte.
Da gab es einen Bürgermeister, der Probleme klar und deutlich benennen wollte und dabei vielleicht nicht die richtigen Worte gefunden hat.
Die Insel war voll, es gab Anspannungen und auch die Diskussionen, wann etwas zu voll sein könnte.

Wir haben das nicht bewertet und könnten das auch gar nicht. Wir haben unsere konsularische Arbeit so gut wie möglich –auch über die touristische Hochsaison- erledigt. Wir haben die deutschen Touristen, die vielleicht in eine Notsituation geraten waren, beraten, unterstützt und dann auch wieder mit einem Ausweispapier versehen, damit sie sorgenfrei den Rückflug antreten konnten.

Insofern war für das Konsulat das Jahr 2017 nicht außergewöhnlich. Es waren 2017 die Aufgaben, mit denen wir uns jedes Jahr auseinandersetzen.
Schön und außergewöhnlich war aber, dass gegen Ende des Jahres eine Deutsche, die seit mehr als 60 Jahren mit ihrer Familie den Urlaub auf Mallorca verbracht hat, von dem Fomento de Turismo mit einer Dankesurkunde für ihre Treue zu dieser schönen Urlaubsdestination geehrt wurde. Sie erhielt diese Urkunde natürlich im Namen ihrer Familie aber auch im Namen aller anderen treuen deutschen Mallorca Urlauber, die Jahr ums Jahr wieder hier auf die Insel kommen. Für sie wie für viele andere Deutsche ist Mallorca zu einer 2ten Heimat geworden, auf der sie sich für kürzere oder längere Zeit einlassen, wo sie die schönsten Wochen des Jahres verbringen wollen und das meistens im Kreise von Freunden und Familie. Wo sie entspannen und die Seele baumeln lassen wollen.

Ich hoffe für 2018, dass wir mehr von diesen Menschen und ihren Familien hören und damit das Bild des Mallorca Urlaubers wieder so ist, dass die Mehrheit von Ihnen sich dort wiederfinden.
Ich hoffe auch, dass wir möglichst wenige von Ihnen hier im Konsulat treffen müssen, denn das bedeutet, dass Sie Ihren Urlaub rundherum genießen konnten.

Es grüß Sie herzlich
Ihr deutsches Konsulat

06

02 2018

Mit guten Vorsätzen ins neue Jahr

Jeder kennt sie – die guten Vorsätze im neuen Jahr: sich gesünder ernähren, mehr Sport treiben, weniger arbeiten, mehr Zeit für die Familie…..
Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen und ich bin mir ganz sicher, auch Sie haben sich gute Vorsätze für 2018 gefasst.
Einer dieser Vorsätze könnte auch sein, sich rechtzeitig um seinen „Papierkram“ zu kümmern und was fällt mir da als Konsulatsmitarbeiterin natürlich sofort ein: die rechtzeitige Beantragung von erforderlichen Ausweispapieren.

Wir alle wissen, dass jedes Land unterschiedliche Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige hat. In manche Länder kann ich sogar mit einem Personalausweis reisen, für andere Länder benötige ich jedoch einen Pass. In manchen Ländern muss es ein biometrischer Pass sein, ggfs. werden Kinderreisepass und/oder Vorläufiger Pass gar nicht erst für die Einreise als ausreichend anerkannt. Wiederum andere Länder fordern, dass der Pass noch 6 Monate ab Ausreisedatum gültig sein muss. Und last but not least gibt es auch Länder, für die selbst deutsche Staatsangehörige ein Visum benötigen.
Die Website des Auswärtigen Amts mit den Einreisebestimmungen für alle Länder weltweit gibt hierzu einen Überblick (https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit) Aber bedenken Sie, Einreisebestimmungen können sich auch mal schnell ändern und die aktuellsten Informationen geben daher nur die Auslandsvertretungen der entsprechenden Länder.
Das alles muss ich bei meiner Reiseplanung beachten und dann entsprechend rechtzeitig beantragen.

Was bedeutet aber nun die rechtzeitige Beantragung hier am Konsulat?
– Die frühzeitige Vereinbarung eines Termins per Internet zur Antragstellung. Bitte beachten Sie, dass es in Stoßzeiten mehrwöchige Wartezeiten auf einen Termin geben kann. Dies ist leider regelmäßig in der Zeit vor Weihnachten oder vor den Sommerferien der Fall.
– Berücksichtigung der Herstellungszeit des beantragten Ausweispapiers sowie die Rückübersendungsdauer. Dies erfordert idR ein Zeitraum von 4-8 Wochen. Entsprechende Expresszuschläge sind zwar möglich, führen jedoch im Fall des Konsulats Palma aufgrund der entsprechenden Beförderungszeiten leider nur zu minimaler Zeitersparnis.

Das Konsulat in Palma empfiehlt, sich ca. 6 Monate vor Gültigkeitsablauf um neue Ausweispapiere zu kümmern. Selbstverständlich kann es auch Gründe geben, warum in Einzelfall dieser Zeitrahmen auch überschritten werden kann. Sollten Sie im Zweifel sein, wenden Sie sich gerne telefonisch oder per Mail an uns.
Und vergessen Sie nicht: Lesen Sie vor Antragstellung das Merkblatt für die Passbeantragung auf unserer Website (www.palma.diplo.de) durch , damit Sie bei Antragstellung die vorzulegenden Unterlagen auch wirklich vollständig haben. Anderenfalls muss der Konsulatsmitarbeiter Ihren Antrag leider zurückweisen und Sie müssen sich erneut um einen Termin bemühen.

In der Tat ist es nicht nur für Sie sondern auch für uns ein wohlgemeinter Ratschlag und Vorsatz für dieses und eigentlich jedes neue Jahr. Kümmern Sie sich bitte rechtzeitig um ein neues Ausweispapier.
Damit es nicht in der nächsten Vorweihnachtszeit wieder zu Stress für alle führt. Für Sie, weil Sie nicht wissen, ob Ihre Weihnachtsreise auch wirklich stattfinden kann. Und für uns, weil wir unsere Wartezeiten dann leider nicht mehr überschaubar halten können und zeitgleich viele kurzfristige Terminwünsche bekommen, die sich dann einfach nicht mehr bewältigen lassen.

Von daher ja, ich finde Vorsätze für 2018 gut und sinnvoll. Bitte beantragen Sie rechtzeitig Ihre Ausweispapiere. Und das nicht nur in diesem Jahr 🙂

Es grüßt Sie herzlichst mit den besten Wünschen für 2018
Ihr deutsches Konsulat

03

01 2018

Deutsche Studenten fragen – EDAR 1 antwortet

Wie funktioniert eigentlich die Wasseraufbereitung in Palma? Deutsche Studenten fragen, EDAR 1 antwortet

 

Laut Statistikamt der Balearen lebten im Jahr 2016 insgesamt 1,1 Millionen Menschen auf den vier Balearischen Inseln Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera. Mallorca ist mit 860.000 Einwohnern die größte dieser Inseln. Allein im Mai 2017 zählten die Balearen zusätzlich noch 1,9 Millionen Touristen, davon knapp 1,4 Millionen allein auf Mallorca. Neben den vielen Einnahmen ergibt sich daraus aber auch ein Problem: die Wasserversorgung. Die ist besonders auf Mallorca zwar sowieso schon knapp, doch durch die zusätzlichen Touristen stoßen die Versorger oft an ihre Grenzen. Aber wie kommt das saubere Wasser überhaupt in die Wasserhähne?

Zuständig für sauberes Wasser in Palma, der Hauptstadt Mallorcas und Sitz der Balearenregierung, sind die Kläranlagen EDAR 1 und EDAR 2. Seit 1971 beziehungsweise 1975 verteilen sie geklärtes Wasser an die Residenten und Touristen in Palma und näherer Umgebung. Konkret umfasst das die Versorgung der 400.000 Einwohner Palmas, der 47.500 Einwohner der umgebenden Städte Marratxí, Esporles und Bunyola und der monatlichen Touristen, was im Haupturlaubsmonat August bis zu 800.000 Menschen gleichzeitig bedeutet. EDAR 1 verarbeitet 45.000 m³ Wasser pro Tag und ist damit die kleinere der beiden Kläranlagen. Durch Erweiterungen im Jahr 2005 wurde sie aber zu einer der modernsten Kläranlagen Spaniens, die die im Klärprozess erzeugte Energie zur Selbstversorgung nutzt.

 

Die Modernität der Kläranlage und die Aktualität der Wasserversorgung erklären, warum sich eine Gruppe Geographiestudenten der Universität Gießen für die Abläufe der Kläranlage EDAR 1 besonders interessiert. Durch die freundliche Unterstützung der Pressesprecherin des Ministeriums für Innovation, Investigation und Tourismus, Alexandra Wilms, konnte der Besuch am Donnerstag, dem 07. September 2017 schließlich stattfinden. Für die Sprachmittlung stellte das deutsche Konsulat unterstützend ihre Praktikantin zur Verfügung.

Jesús Plaza, ein Mitarbeiter der Kläranlage, informierte die Gruppe in einem Vortrag über die Aufgabe und Funktionsweise der Kläranlage. Er übermittelte Wissenswertes über den Wasserkonsum und die Wasserversorgung in Palma und erklärte die einzelnen Schritte der Wasseraufbereitung. Durch interessierte Fragen der Studierenden war der Vortrag sehr lebhaft.
Anschließend führten Jesús Plaza und sein Kollege Esteban Ruiz die Gruppe über das Gelände, wo die einzelnen Phasen der Wasseraufbereitung nochmals direkt vor Ort beobachtet werden konnten. Am Ende erhielten die deutschen Studenten für eigene Analysen noch zwei Proben von ungeklärtem und geklärtem Wasser, sowie eine Probe des Abfallschlamms.

Nach drei Stunden neigte sich der Besuch schließlich dem Ende zu. Insgesamt war es ein informativer Vormittag, der den deutschen Studierenden und der Praktikantin des Konsulats die Arbeit von EDAR 1 nähergebracht hat und gezeigt hat, wie wichtig es vor allem in Palma ist, sparsam mit Wasser umzugehen.

Es grüßt Sie herzlichst
Ihr deutsches Konsulat

20

10 2017

Noch keine Pläne für Oktober?

 

Sie haben noch keine Pläne für Oktober? Dann freuen Sie sich auf unser Programm rund um Luther und die Reformation!

(Lutherstein bei Stotternheim, Erfurt; Auf dem Weg zur Wartburg.)

500 Jahre Reformation wird natürlich nicht nur in Deutschland, sondern auch auf der ganzen Welt und hier auf des Deutschen liebster Insel Mallorca gefeiert. In Zusammenarbeit mit der deutschsprachigen evangelischen Kirchengemeinde der Balearen und weiteren Partnern finden zwischen dem 03. und dem 29. Oktober viele unterschiedliche Veranstaltungen im Rahmen des Lutherjahrs 2017 statt, wo mit Sicherheit für jeden Geschmack etwas dabei ist.

Los geht es mit einem Projekttag der deutschen Schule in Palma, dem Eurocampus. Die Kinder und Jugendlichen stellen zu Themen rund um Luther, seinem Werk und seinem Wirken interessante Informationen zusammen, die sich die Eltern und Lehrer ab 14 Uhr im Innenhof der Schule ansehen können.

Wer lieber „filmisch“ etwas über Luthers Leben und sein Werk erfahren möchte, sollte am 09. Oktober um 19 Uhr ins CineCiutat kommen, wo der Film „Luther“ (2003) gezeigt wird. Im Anschluss wird es darüber auch eine Gesprächsrunde mit Frau Heike Stijohann, der evangelischen Pfarrerin auf den Balearen, geben. Der Eintritt bei dieser Veranstaltung beträgt 5,00 Euro.

Der Höhepunkt der Veranstaltungsreihe bietet sicherlich der Besuch von Frau Prof. Dr. Margot Käßmann, die am 14. und 15. Oktober Palma besuchen wird. Als deutsche Sonderbotschafterin für das Lutherjahr wird sie am 14. Oktober um 11 Uhr im Club der Mallorca-Zeitung (Puerto Rico 15, 07006 Palma) aus ihrem Buch „Sorge dich nicht Seele“ vorlesen. So kommen also auch Bücherliebhaber auf ihre Kosten!

Am Abend tritt dann der deutsche Posaunenchor aus Bad Meinberg mit Bläsern der Lippischen Landeskirche um 19:30 Uhr auf. Der genaue Ort steht leider noch nicht fest. Verfolgen Sie für weitere Informationen einfach unseren Veranstaltungskalender auf unserer Homepage (http://www.spanien.diplo.de/Vertretung/spanien/de/05-palma/0-palma.html).

Ein Wiedersehen mit Frau Prof. Dr. Käßmann gibt es schon am 15. Oktober bei einem ökumenischen Festgottesdienst in der Kathedrale Palmas „La Seu“ um 16 Uhr. Zusätzlich zur Lesung von Frau Käßmann, können Sie auch wieder den Klängen des deutschen Posaunenchors lauschen. Der Bariton und Bachspezialist Tohru Iguchi untermalt den Gottesdienst musikalisch. Noch ein kleiner Tipp am Rande: wenn diese Musik Sie begeistert, bietet das Festival „Música Mallorca“, das mit diesem Konzert eröffnet wird, eine gute Gelegenheit, noch mehr davon zu hören.

Den krönenden Abschluss der Feierlichkeiten anlässlich des Lutherjahrs 2017 auf Mallorca bildet der kostenfreie Auftritt des Kammerorchesters im Auditorium der Schule San Cayetano am 29. Oktober um 18 Uhr. Am Ausgang stehen Spendenboxen. Die Einnahmen werden für unterschiedliche Projekte eingesetzt.

Ihr Terminkalender für Oktober wäre also nun gut gefüllt! Wir würden uns sehr freuen, Sie an dem einen oder anderen Tag zu den Gästen zählen zu dürfen und Ihre Wochenenden und Abende so zu bereichern.

Es grüßt Sie herzlichst,
Ihr deutsches Konsulat

28

09 2017

Das Telefonfenster oder die telefonische Erreichbarkeit

Wie oft habe ich den Satz schon gehört: „Nie ist beim Konsulat jemand zu erreichen“ oder „ immer ist besetzt“ oder „ ich habe schon x-mal versucht, Sie anzurufen, aber …..“
Diese Aufzählung könnte sicherlich beliebig fortgesetzt werden. Da eine solche, wenn auch vielleicht nur subjektiv so empfundene Situation, ganz ohne Frage ärgerlich ist, lohnt es sich, die Regeln der telefonischen Erreichbarkeit des Konsulats nochmals zu erklären und sich ins Bewusstsein zu rufen.

Vorab jedoch zu den Öffnungszeiten:
Das Konsulat hat allgemeine Öffnungszeiten für Besucher und zwar Montag bis Freitag von 09.00 -12.00 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung auch am Nachmittag. Für die Beantragung von Ausweispapieren (nicht jedoch Reiseausweise zur Rückkehr für Touristen) ist eine vorherige Online-Terminvereinbarung unabdingbar, Termine werden übrigens vormittags und nachmittags angeboten. Zudem ist die Pass- u. Personalausweisabholung (ohne Termin) zu den folgenden Uhrzeiten zusätzlich möglich: Montag bis Donnerstag 08.30 – 09.30 Uhr und 15.00 – 16.00 Uhr sowie Freitag 08.30 – 09.30 Uhr.

Nun aber zu der Erreichbarkeit:
Das Konsulat arbeitet montags bis freitags zwischen 08.00 und 17.00 Uhr und freitags bis 14.00 Uhr. In dieser Zeit kann man uns auch telefonisch unter der Telefonnummer 0034-971-707737 erreichen. Die Telefonzentrale verbindet Sie mit dem zuständigen Mitarbeiter. Für die Beratung und Vereinbarung von Terminen zu standesamtlichen Dingen (Namenserklärungen, Geburtsanzeigen etc.) sowie zu Terminvereinbarungen für die Konsularsprechtage auf Ibiza steht Ihnen die direkte Rufnummer 0034-971-707735 zur Verfügung.

Daraus ergibt sich aber, dass wegen des Publikumsverkehrs eine telefonische Beratung leider nicht jederzeit möglich ist und vor allen Dingen, dass die Mitarbeiter am Besten außerhalb der allgemeinen Öffnungszeiten zu erreichen sind! Probieren Sie es doch mal aus.

Sollte es Ihnen dennoch nicht gelingen, Ihre Frage telefonisch anzubringen, schicken Sie uns doch eine kurze Mail mit Ihrem Anliegen (info@palm.diplo.de). Wir antworten baldmöglichst.
Rückrufe können leider nur innerhalb Spaniens erfolgen.

……………und vergessen Sie nicht: Viele Ihrer Fragen werden vielleicht schon von einem der von uns auf der Webseite (www.palma.diplo.de) eingestellten Merkblätter beantwortet.

Es grüßt Sie herzlichst
Ihr deutsches Konsulat

12

07 2017

Elefand

Was haben Dickhäuter mit Rechtschreibschwäche beim Auswärtigen Amt zu suchen? Natürlich nichts! Elefand ist neben anderen Programmen und IT-Systemen das Werk der kreativen Abkürzungen des Auswärtigen Amts und steht für Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland.

Mit dem als Krisenvorsorgeliste bekanntem Erfassungssystem von Auslandsdeutschen haben sich bestimmt viele Deutsche, die auf Mallorca leben, noch nicht näher befasst. Aber schon seit langem konnten sich Deutsche, die im Ausland leben, laut § 6 Abs. 3 des deutschen Konsulargesetzes manuell in eine Deutschenliste bei ihrer zuständigen Auslandsvertretung eintragen. Die sogenannten Konsulatsmatrikel oder auch Registermatrikel dienten ganz früher dazu, die Deutschen im Ausland zu erfassen und heute vorrangig, um bei eventuellen Naturkatastrophen, kriegerischen Auseinandersetzungen oder ähnlichen Ereignissen die deutsche Bevölkerung aus dem betroffenen Gebiet schnell zu evakuieren. Dazu muss man natürlich erstmal wissen, wer sich dort überhaupt aufhält…

Das Eintragen in die „Krisenlisten“ war und ist freiwillig und jede Auslandvertretung hat dies in der Vergangenheit für sich in Papierform gemacht, es wurde nicht zentral erfasst. Seit dem 01.01.2008 ist dies durch das Passwort geschützte System Elefand nun auch online möglich. Das System der elektronischen Erfassung von Deutschen im Ausland ist wirklich sehr einfach zu bedienen und hat viele dieser manuellen Listen ersetzt und sie zudem weltweit vereinheitlicht. Nach einmaliger Registrierung mit seiner Emailadresse und einem persönlich gewähltem Passwort muss man nur noch seine Daten und die eventueller Familienangehöriger eingeben. Es kann zwischen Langzeitaufenthalt, länger als 6 Monate, oder dem Kurzzeitaufenthalt wie, Besuch, Geschäftsreise oder Tourismus, gewählt werden. Durch das ganz einfach zu bedienende System mit An- und Abmeldefunktion kann man seine Daten sehr leicht immer wieder aktualisieren. Einmal im Jahr bekommt man zusätzlich von Elefand eine automatisch generierte E-Mail zur Erinnerung, damit man seine Angaben überprüfen und gegebenenfalls auf den neuesten Stand bringen kann. Auf diese Listen haben das Konsulat bzw. die zuständige Auslandsvertretung, in deren Amtsbezirk Ihr Aufenthaltsort fällt, sowie das Auswärtigen Amt im Rahmen der datenschutzrechtlichen Bestimmungen Zugriff.

Aber wieso soll ich mich hier in eine Krisenvorsorgeliste eintragen lassen? Ich befinde mich auf Mallorca, in Europa, ca. zwei Flugstunden von Deutschland entfernt?

Neben der Erfassung von Aufenthaltsdaten und dem Eintragen von Kontaktpersonen gibt es seit dem 24.10.2012 auch die Möglichkeit über die in der Liste hinterlegte E-Mail-Adresse Information zu erhalten. Zum Beispiel werden Informationen zu anstehende Bundestagswahlen und Wahlen zum Europäischen Parlament kommuniziert oder man bekommt sonstige konsularische Hinweise mitgeteilt. So ist nun hier im Konsulat in Palma zukünftig geplant, dass diese Funktion aktiv genutzt wird, unter anderem um unseren regelmäßig erscheinenden Blog auch über Elefand zu veröffentlichen. Wie unsere treuen Leser bereits wissen, werden ca. einmal im Monat hilfreiche Tipps in Sachen Ausweispapiere, Geburt eines Kindes im Ausland oder aber auch allgemeine Themen aus Deutschland veröffentlicht. Man muss nun aber nicht fürchten, das sich dies nun zu einem weiteren der vielen Spam-Newsletter entwickelt, von denen so viele E-Mail Accounts vollgestopft sind, es handelt sich lediglich um eine digitalisierte Informationsquelle um deutsche Staatsbürger im Ausland über bestimme Neuigkeiten in Kenntnis zu setzen. Sie entscheiden mit Ihrem Häkchen, ob und welche Informationen sie wollen und können diese Newsletter Funktion auch jederzeit wieder deaktivieren.
Wie schon am Anfang gesagt, es handelt sich um ein freiwilliges Eintragen, aber wir, Ihr Konsulat in Palma, wollten Ihnen Elefand noch einmal ins Gedächtnis rufen und es Ihnen ans Herz legen, vielleicht auch für Ihre nächste Fernreise.

Schauen Sie doch für weitere Informationen auf die Webseite von Elefand, https://elefand.diplo.de/elefandextern/home/registration!form.action

Es grüß Sie herzlichst
Ihr deutsches Konsulat

25

04 2017

Clara Hammerl – von Berlin nach Pollenca

Clara Hammerl – wer war das eigentlich?

 

  • Eine herausragende Frau, ganz ohne Zweifel!
  • Eine deutschstämmige Wahlmallorquinerin, das ist bewiesen!
  • Die erste weibliche Sparkassenchefin in Spanien, das ist für die damalige Zeit beachtlich!
  • Zu Lebzeiten in Pollenca durchaus kritisch beäugt, gar angefeindet, das ist nicht jedem bekannt!

 

 

Sind Sie neugierig geworden und wollen Sie etwas mehr über die Geschichte dieser Frau wissen, lesen Sie gerne weiter. Das Konsulat hat für Sie einige Informationen in diesem Blog zusammengetragen. Vorab stellen Sie sich aber sicherlich auch die Frage, warum wir uns überhaupt in diesem Blog mit Clara Hammerl beschäftigen. Das ist schnell gesagt: Im Zuge der von der Dirección de Igualdad der Inselregierung 2016 ins Leben gerufenen vierjährigen Kampagne „ Mallorca té nom de dona“ wird jedes Jahr einer für die Geschichte der Balearen wichtigen weiblichen Persönlichkeit gewidmet. Nach dem Motto, wer nicht genannt wird, den gibt es nicht bzw. der wird vergessen, werden diesen Frauen neben vielen Veranstaltungen auch Straßen, Plätze, Wege und andere öffentliche Einrichtungen gewidmet. Dieses Jahr gilt der deutschstämmigen Inselbewohnerin Clara Hammerl. Das Konsulat unterstützt diese Kampagne sehr gerne.

Nun aber zu Clara Hammerl…. Clara Emma Fredericke Agnes Laura Hammerl wurde am 15. März 1858 im preußischen Bromberg geboren. Sie studierte und arbeitete in Berlin, unter anderem als Sprachlehrerin, wo sie 1887 auch Ihren zukünftigen Mann den Mallorquiner Guillem Cifre de Colonya kennenlernte. Nach der standesamtlichen Hochzeit im Oktober 1889 in Berlin Kreuzberg, ging das Paar im November desselben Jahres nach Pollenca. Das Leben auf der Insel war kein Zuckerschlecken für die große Blonde aus dem Norden, die unter dem Spitznamen „la giganta“ (die Riesin) bekannt war. In dem kleinen erzkatholischen Dorf Pollenca, das um diese Zeit ca. 7000 Einwohner hatte, wurde die fortschrittlich denkende Lutheranerin nicht akzeptiert und gar angefeindet.

Das Ehepaar war ein großer Befürworter der Freien Institution der Bildung. Clara Hammerl sowie ihr Ehemann waren der Auffassung, dass Bildung das grundlegende Instrument für den Fortschritt und die gesellschaftliche Gleichheit darstelle. Guillem Cifre de Colonya gründet neben einer Sparkasse in Pollenca mit Hilfe seiner Frau auch eine Schule, die den Prinzipien der freien Bildung entsprach. Das Finanzinstitut wurde mit der Intention eröffnet, auch den „kleinen Leuten“ die Möglichkeit zu geben, Eigentümer zu sein. Dies entsprach der liberalen Vorstellung, die Guillem Cifre sowie seine Frau Clara hatten. Die Preußin war eine fleißige und harte Arbeiterin. Nicht nur half sie beim Aufbau der Institutionen ihres Mannes, auch auf den Feldern der Familie arbeitet sie mit. Immer in weiß gekleidet; dies entsprach ihrer Auffassung von Reinheit und Ordnung. Was natürlich großen Gesprächsstoff in der kleinen Gemeinde lieferte, in dieser ihr Bild auch bis nicht vor allzu langer Zeit immer noch eher negativ übermittelt wurde.

Clara und Guillem hatten zwei Kinder, Antonia und Guillem. Im Familienleben des Paares gab es aber derbe Rückschläge durch mehrere Fehlgeburten und Kindstote. Diese privaten Tragödien hinterließen ihre Spuren vor allem bei Guillem. Die schweren Depressionen, die er bekam, wurden irgendwann so schlimm, dass er 1908 Selbstmord beging. Nach dem Tod ihres Mannes führte Clara Hammerl sein Lebenswerk weiter und so wurde sie von 1908 bis 1916 Chefin der Colonya Caixa Pollenca und damit die erste Frau in der Führung eines Finanzinstitutes in ganz Spanien. Dennoch wurde sie in Pollenca nie richtig akzeptiert. Die Frau, die ihrer Zeit zwei Schritte voraus war, starb am 9. Oktober 1931 in Argentinien, nachdem sie ihrer Tochter dahin gefolgt war, da sie in Pollenca nach dem Tod ihres Mannes und der ordentlichen Übergabe der Bank sowie der Schule nicht mehr viel hielt.

Die Schule in Pollenca wurde im Verlauf des spanischen Bürgerkrieges geschlossen, aber die Colony Caixa Pollenca existiert noch heute. Der Historiker Pere Salas Vives hat kürzlich eine Biografie über das Leben der Clara Hammerl in katalanischer Sprache verfasst. Das tat er, nachdem er sich intensiv mit dem Leben ihres Mannes Guillem beschäftigte und dabei erkannte, dass dem ausgesprochen großen Vorbild weiblicher Stärke an seiner Seite kein Tribut gezollt wurde. Das Buch Carla Hammerl – una dona de paraula- erschien 2016 in Pollenca. Als Symbol gegen das Vergessen und als Zeichen für junge Mallorquinerinnen und Mallorquinern, dass es auch weibliche Vorbilder in der Geschichte ihrer Insel gibt, wurden bereits in Génova eine Straße, nämlich  die Carrer Clara Hammerl, sowie die Schule IES Carla Hammerl in Pollenca mit dem Namen dieses starken Vorbilds versehen. Dies ist nicht nur eine Geschichte von einer herausragenden Frau in der mallorquinischen Geschichte sondern zeigt auch wie international und weltoffen Mallorca schon vor langem und lange vor dem Massentourismus war.

Sollten Sie neugierig geworden sein, schauen Sie doch gelegentlich auf unsere Website www.palma.diplo.de und die Veranstaltungshinweise. Gerne werden wir Sie über die 2017 geplanten Veranstaltungen im Bezug auf diese bewundernswerte Frau informieren.

Es grüßt Sie herzlichst
Ihr deutsches Konsulat

23

03 2017

Wie ist das eigentlich mit dem Sorgerecht……

Sie haben in Deutschland als ledige Mutter ein Kind bekommen und sind beide gerade nach Mallorca umgezogen. Bei der Anmeldung in der Schule, bei der Verlängerung des Kinderreisepasses, bei einer ärztlichen Behandlung….überall werden Sie, ganz anders als in Deutschland, nach der Unterschrift des Vaters gefragt. Das ist neu, das verwundert Sie und irgendwie macht es Ihnen auch etwas Sorgen, denn zu dem Vater Ihres Kindes haben Sie doch gar keinen Kontakt. Unterhalt hat er nie bezahlt, obwohl er nach der Vaterschaftsanerkennung zu dem Kind in der Geburtsurkunde steht. Nun, mit Ihnen und auch mit dem Kind hat er nichts zu tun und bisher sind Sie damit auch ganz gut zu Recht gekommen.

Soll das jetzt alles anders sein, nur weil Sie nach Mallorca umgezogen sind?

Wenn Sie nun neugierig geworden sind und mehr wissen wollen, wie das mit dem Sorgerecht denn grundsätzlich so ist, dann lesen Sie jetzt bitte weiter. Das Konsulat hat die wesentlichen Dinge für Sie zusammengestellt.

Was bedeutet elterliche Sorge im deutschen Recht?
Im deutschen Recht setzt sich die elterliche Sorge aus der Personensorge, Sorge für die Person des Kindes, und der Vermögenssorge, Sorge für das Vermögen des Kindes, zusammen. Zu der Personensorge gehört auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Bei Anwendbarkeit deutschen Rechts sind Eltern, die nicht miteinander verheiratet sind, nur dann gemeinsam sorgeberechtigt, wenn sie in Form einer notariellen Urkunde erklärt haben, dass sie die elterliche Sorge gemeinsam ausüben wollen (Sorgeerklärung). Ist dies nicht der Fall, dann übt die Mutter die elterliche Sorge alleine aus.

Wie sieht das im spanischen Recht aus?
Grundsätzlich unterscheidet das spanische Recht nicht zwischen verheirateten und unverheirateten Elternpaaren. Die elterliche Sorge steht grundsätzlich immer beiden Elternteilen gemeinsam zu. Als spanische Rechtsbegriffe tauchen die Begriffe Patria Potestad und Guardia y Custodia auf. Ohne auf rechtliche Feinheiten eingehen zu wollen, stellt die Patria Potestad die elterliche Sorge in ihrer Gesamtheit dar und die Guardia y Custodia eher die tatsächliche elterliche Sorge. Nach Trennung oder Scheidung verbleibt in der Regel die Patria Potestad bei beiden Elternteilen.

Welches Recht ist nun für das Sorgerecht meines deutschen Kindes anwendbar, wenn ich auf Mallorca lebe?
Das am 1.1.2011 in Kraft getretene Übereinkommen über die Zuständigkeit, das anzuwendende Recht, die Anerkennung, Vollstreckung und Zusammenarbeit auf dem Gebiet der elterlichen Verantwortung und der Maßnahmen zum Schutz von Kindern hat zu einer Veränderung bei der Prüfung der Frage, wer die elterliche Sorge inne hat, geführt, zumal nunmehr direkt in die Sachnormen des Staates verwiesen wird, in dem das Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Bei gewöhnlichem Aufenthalt des Kindes in Spanien kommen immer die spanischen Sachnormen zur Anwendung, die auch den unverheirateten Eltern automatisch die gemeinsame Sorge zuweisen, sobald durch gemeinsame Anzeige der Geburt des Kindes durch beide Eltern und Eintragung in der Geburtsurkunde der Vater des Kindes feststeht.

Wie ist das, wenn ich mit meinem Kind umziehe, wenn sich also der gewöhnliche Aufenthalt ändert?
Mit dem Wechsel des gewöhnlichen Aufenthalts des Kindes in ein anderes Land tritt ein Statutenwechsel ein, welches in dem genannten Abkommen auch geregelt ist und zwar wie folgt: eine bisher begründete elterliche Sorge nach dem Recht des Staates des bisherigen gewöhnlichen Aufenthalts besteht nach dem Wechsel des gewöhnlichen Aufenthalts in einen anderen Staat fort. Konkret bedeutet das, dass die in Spanien begründete gemeinsame Sorge von nicht miteinander verheirateten Eltern auch bei Umzug des Kindes von Spanien nach Deutschland fortbesteht. Umgekehrt regelt das Abkommen, dass sich bei Wechsel des gewöhnlichen Aufenthalts des Kindes die Zuweisung der elterlichen Sorge kraft Gesetzes an eine Person, die diese Verantwortung bisher nicht hat, nach dem Recht des Staates des neuen gewöhnlichen Aufenthalts bestimmt. Das heißt z.B. wenn ein nicht verheiratetes Elternpaar, das in Deutschland keine Sorgeerklärung abgegeben hat, mit dem Kind von Deutschland nach Spanien zieht, dass in Spanien nicht mehr die ledige Mutter die Alleinsorge hat, sondern die Eltern gemeinsam. Dies tritt geleichermaßen auch ein, wenn eine ledige Mutter mit ihrem Kind alleine und ohne Kenntnis des bisher nicht sorgeberechtigten Vaters nach Spanien verzieht. Ein inoffizieller Leitsatz lautet: Das Kind kann bei einem Umzug, also Statutenwechsel, keinen Sorgeberechtigten verlieren, sondern wenn überhaupt nur einen Sorgeberechtigten hinzugewinnen.

Was sagt eine Negativbescheinigung von einem deutschen Jugendamt tatsächlich aus?
Bei bisherigem gewöhnlichem Aufenthalt des Kindes in Deutschland und somit Anwendbarkeit deutscher Sachnormen stellt das Jugendamt des inländischen Wohnortes eine Bescheinigung darüber aus, dass ihm keine Sorgerechtserklärung mitgeteilt wurde, welche kraft Gesetz beim für den Wohnort des Kindes zuständigen Jugendamt registriert werden muss. Zeitgleich wird damit bestätigt, dass die elterliche Sorge der Mutter demzufolge alleine zusteht. Diese Bescheinigung wird unter bestimmten Voraussetzungen ausgestellt und berücksichtigt nicht einen eventuellen Umzug nach Spanien und die sich daraus ggfs. ergebenden Änderungen hinsichtlich der elterlichen Sorge des Vaters. Hierüber sind sich die Betroffenen häufig nicht im Klaren und legen diese, inzwischen inhaltlich falsche, Negativbescheinigung auch weiterhin in Spanien als Nachweis der alleinigen elterlichen Sorge vor.

Wer ist antragsberechtigt im Passverfahren?
Antragsberichtigt für ein minderjähriges Kind sind die Sorgeberechtigten oder um den spanischen Rechtsbegriff wieder aufzunehmen, diejenigen, die die Patria Potestad innehaben. Die Guardia y Custodia reicht nicht aus, um einen Pass, auch nicht einen Pass als Passersatz, für ein minderjähriges Kind ohne Zustimmung des anderen Elternteils zu beantragen. Bei der Beantragung eines Personalausweises hat der Gesetzgeber die Antragsberechtigung anders definiert, hier ist der Bürger schon mit 16 Jahren selbst antragsberechtigt. Eine Negativbescheinigung eines deutschen Jugendamts als Nachweis der alleinigen elterlichen Sorge der Mutter kann im Passantragsverfahren aufgrund der obigen Ausführungen selbstverständlich nicht anerkannt werden, sofern ein gewöhnlicher Aufenthalt in Spanien vorliegt.

Sollten Sie Fragen zur elterlichen Sorge im allgemeinen und konkret auch zur Passantragsberechtigung haben, melden Sie sich gerne mit den entsprechenden Unterlagen bei Ihrem Konsulat
(rk-10@palm.diplo.de, Tel.: 971707735)

Es grüßt Sie herzlich
Ihr deutsches Konsulat

09

02 2017