Archivo de November, 2012

Der Personalausweis kommt nach Mallorca!

Seit wenigen Tagen steht fest, dass das Konsulat Palma de Mallorca und die Botschaft Madrid die einzigen beiden deutschen Auslandsvertretungen sind, die bereits ab dem 02.01.2013 Aufgaben im Bereich Personalausweis übernehmen sollen. Wenn in diesen Tagen in Palma und Madrid alles technisch einwandfrei klappt, soll der Startschuss für den Großteil der anderen deutschen Auslandsvertetungen nach und nach weltweit fallen.

Was bedeutet das für das Konsulat auf Mallorca? Die zu erwartende große Nachfrage wird nicht binnen weniger Tage oder gar Wochen bedient werden können. Denn das Konsulat zieht nicht etwa um in größere Räumlichkeiten – wir müssen mit den vorhandenen, bekanntermaßen bereits jetzt manchmal knappen Schaltern auskommen und ja auch unsere bisherigen Aufgaben weiter erfüllen. Wir bitten bereits jetzt um Verständnis, dass man auf einen Termin zur Beantragung eines Personalausweises möglicherweise etwas länger wird warten müssen.

Und wir möchten nochmals anregen, die Gelegenheit zu nutzen und noch bis zum 31.12.2012 einen Personalausweis anlässlich einer Reise nach Deutschland bei einer dortigen Stadtverwaltung zu beantragen, was auch ohne einen inländischen Wohnsitz möglich ist (und bleibt, allerdings teurer wird, siehe unten!). Weitere Infos dazu finden Sie auf unserer Homepage: www.palma.diplo.de.

Interessant zu wissen ist vielleicht auch, dass man als Auslandsdeutscher ab dem 01.01.2013 auf jeden Fall mehr bezahlen muss für den neuen Personalausweis (nachzulesen in der Personalausweisgebühren-Verordnung). Aktuell bekommt man ihn, wenn man 24 Jahre oder älter ist, in Deutschland für 28,80 Euro. Beim Konsulat wird ab dem 02.01.2013 ein Zuschlag in Höhe von 30 Euro fällig, so dass bei uns 58,80 Euro zu entrichten sein werden.

Daneben gibt es noch den sogenannten „Unzuständigkeitszuschlag“ in Höhe von 13 Euro. Dieser wird ab Januar für in Deutschland nicht gemeldete Deutsche bei Beantragung in Deutschland (nur in Ausnahmefällen möglich) fällig, so dass der Personalausweis dort dann 41,80 Euro kosten wird – aktuell entfällt er dort noch, da die deutsche Stadtverwaltung ja zuständig ist. Beim Konsulat wird der Personalausweis für in Deutschland noch gemeldete Antragsteller 71,80 Euro kosten (alle genannten Preise reduzieren sich übrigens um 6 Euro, wenn man noch nicht 24 Jahre alt ist).

In der Zeit ab dem 02. Januar 2013 braucht das Konsulat, um seiner Aufgabe als „Pilotvertretung“ gerecht werden zu können, Sie mit möglichst vielen Personalausweis-Anträgen! Die Terminvergabe für diese besondere Woche ist ab sofort verstärkt für diese Dienstleistung freigeschaltet. Helfen Sie uns, für alle anderen deutschen Vertretungen im Ausland das Verfahren zu testen und beantragen Sie die ersten im Ausland auszustellenden Personalausweise beim Konsulat!

Es grüßt Sie
Ihr Deutsches Konsulat

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11 2012

Media vita in morte sumus

Am 1. November 2012 fand in der Kypta S. Lorenço der Kirche Sta. Creu in Palma de Mallorca die Gedenkfeier für die im Jahr 2012 verstorbenen Deutschen statt. Für diejenigen, die nicht dabei sein konnten, drucken wir nachstehend die Ansprache der Konsulin ab.

„Media vita in morte sumus – mitten im Leben sind wir vom Tod umgeben. Diese Feststellung wird gern dem Benediktinermönch Notker von St. Gallen zugeschrieben, der sie der Legende nach machte, als er Arbeitern beim Bau einer Brücke über einen Abgrund zusah: es wird ihm den Atem genommen haben, zu beobachten, wie schmal der Grat zwischen sicherem Arbeiten auf dem Gerüst und dem vielleicht durch eine momentane Unachtsamkeit verursachten Sturz in die Tiefe war.

Dieses Wort und das Bild treffen uns. Die allermeisten Tode sind zufällig, unzeitig, unverdient, viel zu früh. Zwar wächst die Zahl derer, die ein hohes Alter erreichen, aber wie vielen ist es tatsächlich vergönnt, nach einem erfüllten Leben – unsere Vorfahren sagten: lebenssatt- gleichsam selbstverständlich getröstet und zufrieden abzutreten? Und in was für einen Abgrund stürzt selbst der friedlichste Tod eines lieben Menschen Familie und Freunde?

Nein, sterben wollen wir alle nicht. Nicht der Urlauber, dessen Lebensuhr in einem Hotelzimmer abläuft. Nicht der Rentner, der wie so schrecklich viele in diesem Jahr unweit des Strandes im Meer ertrinkt; ganz gewiß nicht der Radfahrer, der seine Kräfte in der Gluthitze des Sommers auf Mallorca falsch eingeschätzt hat und unterwegs, von seinen Mitradlern fast unbemerkt, am Herzinfarkt verstirbt; ganz gewiß nicht das Opfer einer feigen Mordtat, wie es sie auch bisweilen auf dieser Insel der guten Laune gibt. Und selbst der Tod von eigener Hand ist ja nichts anderes als ein Schrei nach Leben, nach dem Leben, welches sich irgendwie trotz allen Bemühens nicht leben ließ.

Vielen Menschen ist heutzutage das Thema Tod so unangenehm, daß sie fast hysterisch alles abwehren, was damit zu tun hat. Anonymes Sterben im Krankenhaus ohne Familie, anonyme Bestattungen ohne Abschiednehmen durch Verwandte und Freunde, Verdunstung der Erinnerung an Verstorbene sind Zeichen unserer Zeit. Die Auflösung vieler Bindungen familiärer und religiöser Art hat dem Tod und dem Umgang mit ihm die rituelle Selbstverständlichkeit genommen, die ihn früher Teil des Lebens sein ließ. An seine Stelle ist vielfach nur ein großes NICHTS getreten, gleichsam ein achselzuckendes Schließen eines Kontoblatts.

Und doch: wir sind heute alle hier. Jeder einzelne von Ihnen hat mindestens einen ganz persönlichen Grund, dieser Gedenkstunde für die seit dem letzten Allerheiligentag auf Mallorca verstorbenen Deutschen beizuwohnen. Viele von Ihnen sind in diesem Jahr in den Abgrund des Todes eines Angehörigen oder Freundes gestürzt worden; von einigen weiß ich persönlich, wie bitter schwer ihnen das geworden ist und wie sehr sie auch jetzt noch leiden. Wer schon geliebte Menschen verloren hat, weiß, daß der Stachel ihres Todes in unserem Herzen mal mehr, mal weniger wehtut er ist aber immer da.

Das kann uns aber, so absurd es zunächst klingen mag, auch Trost sein. Schon auf antiken griechischen Grabstelen sind immer zwei Personen dargestellt: die eine geht dem Tod entgegen, die andere verharrt noch in der Welt. Nicht nur auf dem Grabstein bleiben beide so miteinander in Verbindung wir können uns vorstellen, daß in dieser Weise eine unsichtbare Brücke zwischen Leben und Tod gebaut, ein Band der Erinnerung und des Bewahrens dessen, was ein menschliches Leben ausmacht, von einer Generation an die andere bis an uns in unsere Tage weitergereicht wird.

Media vita in morte sumus – dieses Wort vom allgegenwärtigen Tod auch im Leben verliert so nicht seinen großen Ernst, aber vielleicht ein wenig von seinem Schrecken.

Wenn wir die Verstorbenen und ihre Namen auch heute vielleicht zum letzten Male nennen: indem wir uns einmal erinnern und die von uns gegangenen Menschen in die große Schar der Vorangegangenen in Leben und Tod einreihen, geht ihr Leben nicht wirklich verloren. Es wandelt sich nur.“

02

11 2012